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Lois Hechenblaikner

Event

Lois Hechenblaikner

Lois Hechenblaikner

Lois Hechenblaikner: Über Buddha, Indien, hohe Berge und flache Hirne in Tirol. Ein Multimedia-Vortrag im Atelier Wolfgang Beinert in München.

 

Der Tiroler Fotojournalist und Multivisions-Profi referiert über seine Projekte und über die Art seines Sehens. Ateliergespräch und Diavortrag am 25. Juli 2002 im Atelier Beinert in München.

Bekannt geworden ist der Leica-Fotograf Lois Hechenblaikner mit seinen preisgekrönten Multivisions-Vorträgen über exotische Länder: Neuguinea, Indonesien, Vietnam, Indien, Burma, Oman und Bhutan. Das sind nur einige seiner vielen Fotoexpeditionen seit 1985, die er feinfühlig und gekonnt in außergewöhnliche Multimedia-Panoramen umgesetzt hat.

Seit 1997 gilt der »Lichtbildhauer«, wie ihn die Journalistin Hanna Molden nannte, auch als passionierter und scharfsichtiger Tirol-Chronist, der seine Spurensuche nach Identität und Authentizität mit hohem Anspruch und tiefverwurzelter Heimatliebe fotografisch dokumentiert. Sein kritischer Blick hinter die Kulissen so mancher tirolensischer Tourismus-Inszenierung hat ihm viel Anerkennung eingebracht, so etwa auf dem renommierten Frankfurter Weitsicht-Festival, Europas größtem Dia-Event.

Dort wurde seine Multivision »Wo ist Tirol?« vom Publikum »zur besten Produktion des Festivals 2000« gewählt, während sie in Österreich gemeinsam mit seiner Edition Direttissima mit dem von der Tiroler Industrie gestifteten »Journalisten- und Publizistenpreis« ausgezeichnet wurde.

In der Tiroler Tourismus-Branche löste diese Fotoreportage, die sich mit den unleugbar negativen Folgen des Massentourismus auseinandersetzt, allerdings ganz andere Reaktionen aus. Hechenblaikners kritisch-ironische Beobachtungen provozierten die Lobbyisten so sehr, dass seine Vorträge mancherorts zensuriert und sabotiert wurden; in Bad Hofgastein beispielsweise, wo der Tourismus-Chef Franz Weichenberger die Veranstaltungsplakate heimlich entfernen ließ (nachzulesen in den Salzburger Nachrichten vom 19.02.2000). Oder glattweg verboten, so geschehen 1997 mit einer Ausstellung, die das Schlachtfeld rund um ein Open-air-Musikspektakel der »Zillertaler Schürzenjäger« zum Thema hatte …

 

Die Multimedia-Visionen

»Professionelle Dia-Vorträge sind multimediale Ereignisse. Denn erst durch ein perfektes Drehbuch sowie die Inszenierung von Bild und Sprache, von Musik und Projektion, erst dadurch werden aus statischen Dias Multivisions- Erlebnisse einer anderen Dimension«. So urteilte 1996 der Kodak-Manager Gerd Bayard als Hechenblaikner mit dem Kodarama Award »Best of the year 1995/96« prämiert wurde. Lois Hechenblaikner gestaltet seine Fotoreportagen mit ungewöhnlich hohem finanziellem Einsatz, künstlerischem und technischem Know-how. An der Realisierung seiner Ideen und Konzeptionen war nicht selten ein ganzes Team von qualifizierten Fachleuten beteiligt, so etwa Eberhard Fleischer von der Hochschule für Mediendesign in Mainz für die aufwändige Programmierung von »Wo ist Tirol«, der Komponist Paul Lorenz für Vertonung und Musikarrangement zum Indien-Vortrag oder der Schauspieler Ludwig Dornauer für die Rezitation der lyrisch-philosophischen Passagen im burmesischen Buddhismus-Exkurs.

Lois Hechenblaikner präsentiert seine auch rhetorisch beeindruckenden Multivisionen stets »live« mit bis zu 11 Dia-Projektoren auf einer 15 Meter langen Panorama Leinwand. Bisher produzierte er u.a. die Multimedia-Visionen »Philippinen«, »Indonesien – Hölle und Paradies«, »Abenteuer Steinzeit – Neuguinea«, »Faszination Vietnam“, »Indien oder Die Langsamkeit des Reisens«, »Burma – Vom Glück eines einfachen Lebens« und »Wo ist Tirol?«.

Hechenblaikner fotografiert überwiegend mit Leica der Linie R auf Filmmaterial von Kodak. Mehrere seiner Fotoreportagen wurden bereits in Bildbänden publiziert, so »Vietnam« und »Rajasthan« (Verlag C. J. Bucher, München), »Saigon« (Editeur Vilo, Paris) und »Alpbachtal« (Verlag Haymon, Innsbruck). Sein jüngstes Projekt »Zeitsprünge. Kulturphänomene in den Alpen« wurde in der LeicaWorld 2002 vorgestellt.

 

Zur Person

Lois Hechenblaikner wurde 1958 in Reith im Alpbachtal (Tirol, Österreich) geboren, wo er auch noch heute lebt. Nach der Schule und einer KFZ-Elektriker-Lehre begann er mit ausgedehnten Reisen in ferne Länder, bei denen er seine Leidenschaft für die Fotografie entdeckte. Seine Fotoexpeditionen führten ihn 1985 auf die Philippinen, 1987 nach Neuguinea, 1988 und 1989 durch Indonesien, ab 1989 viermal nach Vietnam, 1990 nach Israel, 1992 und 1993 nach Rajasthan in Indien, seit 1993 wiederholt nach Burma, ab 1994 alljährlich ins Himalaya-Königreich Bhutan, 1995 in den Oman, 1998 nach Costa Rica, 1999 nach Spiti Kinnaur, 2000 nach Kambodscha und Indonesien.

Für seine Arbeit wurde Lois Hechenblaikner mehrfach ausgezeichnet. So unter anderem mit dem »Preis der Stadt Linz«, dem »Internationalen Kulturpreis für Photoreportagen« auf der ISPO München und dem »Kodak Award« für den besten Live-Diavortrag.

 

Resümee


Von Jasmin Lappe

Die recht aufwendigen Vorbereitungen zum Ateliergespräch liefen wie üblich sehr ruhig und routiniert ab. Am Donnerstag bereiteten wir lediglich noch das Atelier für den Abend vor, sorgten für Sitzmöglichkeiten und halfen Lois Hechenblaikner sein umfangreiches Projektions- und Ton-Equipment in den fünften Stock hinaufzutragen. Der Rahmen des Vortrags war bewusst sehr persönlich und schlicht gehalten, um keinen „Event“-Charakter entstehen zu lassen und damit vom Wesentlichen abzulenken.

Gespannt fieberte ich dem Abend entgegen, da ich mir wenig darunter vorstellen konnte, wie die zentralen Themen Indien und Tirol aufbereitet beziehungsweise unter welchem Diskurs sie in einem gemeinsamen Vortrag untergebracht waren.

Wolfgang Beinert nahm die rund 80 geladenen Gäste, vorwiegend Kollegen aus den Bereichen Fotografie und Design, ab 20.30 Uhr einzeln in Empfang und machte sie untereinander bekannt. Der Vortrag selbst begann mit einer äußerst engagierten und kritischen Dokumentation über Tirol. Lois zeigte Bilder eines Konzerts der Zillertaler Schürzenjäger und deren Fan-Gemeinde, welche in erschreckender Weise die vorherrschenden Wertvorstellungen und Zustände der heutigen Gesellschaft wiederspiegelten: unreflektiertes Massentreiben, Missbrauch und Verwüstung noch unbelasteter Natur zugunsten blanker Profitgier.

Die nachfolgenden Bilder über Burma, eine kleine Auswahl einer umfassenden Dokumentation, präsentierten sich im starken Kontrast dazu. Es waren Bilder von unglaublicher Ruhe und Natürlichkeit, in den leuchtenden Farben einer Märchenwelt. Zufriedene Gesichter strahlten eine tiefe innere Ausgeglichenheit aus. Dazu versuchte Lois den faszinierten Gästen, die großteils auf dem Boden Platz genommen hatten, einen groben Eindruck der Grundsätze des Buddhismus zu vermitteln. Dieser soll dem Menschen auf dem Weg der Meditation, der Konzentration des Geistes, aus eigener Kraft auf Wesentliches zurückbesinnen und ihn zu innerem Frieden und Freiheit führen. Diese Bilder hatten eine derart bezaubernde Ausdruckskraft, dass sie Lust gemacht haben, mehr zu erfahren und mehr zu sehen. Eine gemeinsame abschließende Diskussion war leider aufgrund des späten Endes für die meisten Gäste nicht mehr möglich. Schade, aber vielleicht könnte man dies als Anreiz für eine Fortsetzung im Rahmen eines weiteren Ateliergesprächs nutzen.

 

Weiterführende Information

Website von Lois Hechenblaikner www.hechenblaikner.at

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Wolfgang Beinert | Berlin: Graphic Design Studio
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