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Wolfgang Wick: ZWIEBELFISCH

Wolfgang Wick: ZWIEBELFISCH

Ateliergespräch am 23. September 2004 über das studentische Magazin für Gestaltung.

 

Wolfgang Wick und seine Studenten Nicole Glur, Christoph Rankers, Lisa Roessler, Rosali Schnell und Clovis Vallois stellen im Atelier Wolfgang Beinert in München ein Projekt der »Freien Hochschule für Grafik-Design und Bildende Kunst Freiburg« vor.

EINE EINLADUNG AUS FREIBURG
Meinen ersten persönlichen Kontakt zu den Freiburger Studenten verdanke ich Swetlana Schwarzkopf und Bernhard Pompey, zwei Diplomanden jener Freien Hochschule im Breisgau, welche mich am 6. März diesen Jahres zu ihrer Diplom-Arbeit »Designforum Freiburg« als Protagonist einluden. Während dieser zwei Tage lernte ich unweigerlich auch Wolfgang Wick und einige seiner »Zwiebelfisch-Studenten« kennen, die mich prompt baten, einen Beitrag für ihre nächste Ausgabe BABYLON zu schreiben …

EINE EINLADUNG AUS MÜNCHEN
Im Gegenzug bat ich Wolfgang Wick und seine Studenten, uns ihr großartiges Projekt ZWIEBELFISCH im Rahmen eines Ateliergesprächs zu zeigen, zu erklären, ihre Erfahrungen zugänglich zu machen, uns die Wenn und Abers zu erklären. Und mit uns über Design, Typographie und Fotografie zu sprechen. Über das »Zeitung machen«. Über den ZWIEBELFISCH eben.

KURZ ZUM VERANSTALTUNGSORT, DER FH IN DER CLEMENSSTRASSE
Ab dem Wintersemester 2004 werde ich mich vermehrt an der FH München engagieren. Ich werde dort den neuen Dekan Prof. Michael Keller unterstützen, die Ausbildungssituation in München zu optimieren. In diesem Zusammenhang initiiere ich zur Zeit neue, zeitgemäße Projekte und »Verfahrensweisen der Wissensvermittlung«. In diesem Kontext habe ich auch ein Hochschulmagazin für Design und Fotografie geplant. Und da ich zumindest für ein Jahr meinen Hörsaal und meine Studenten im Gebäude der ehemaligen »Staatlichen Fachakademie für Fotodesign« finden werde – sie gehört nämlich ab Wintersemester 04 zur FH München – fand dieses Ateliergespräch konsequenterweise nun auch dort statt.

Wolfgang Beinert
Everything good is fragile … Save it!

 

Der Freiburger Grafikdesignstudent Bernhard Pompey, einer der Protagonisten des Designforums Freiburg, vermittelte den Kontakt zwischen den Münchnern Volontären und Studenten von Wolfgang Beinert und den Freiburger Studenten von Wolfgang Wick.

Der Freiburger Grafikdesignstudent Bernhard Pompey, einer der Protagonisten des Designforums Freiburg, vermittelte den Kontakt zwischen den Münchnern Volontären und Studenten von Wolfgang Beinert und den Freiburger Studenten von Wolfgang Wick.

Die Münchner Grafikdesigner Frank Wagner und Annette Häfelinger (häfelinger+wagner design, München) wurden gleich nach dem Vortrag von den Freiburger Studenten als Testimonials »zweckentfremdet«.

Die Münchner Grafikdesigner Frank Wagner und Annette Häfelinger (hw design, München) wurden gleich nach dem Vortrag von den Freiburger Studenten als Testimonials »zweckentfremdet«.

Studenten und Volontäre nach dem Ateliergespräch im Münchner Atelier von Wolfgang Beinert bei einem gemeinsamen Essen. Im Vordergrund Angela Brands. Am Tisch sitzend von rechts: Nicole Glur, Clovis Vallois, Cristoph Rankers, Bernhard Pompey, Lisa Roessler, Jasmin Lappe, Christina Bernd, Wolfgang Wick (verdeckt), Carmen Münkel, Jeong-Hee Hyung, Conny Altmann Sekulin (verdeckt) und Rosali Schnell.

Studenten und Volontäre nach dem Ateliergespräch im Münchner Atelier von Wolfgang Beinert bei einem gemeinsamen Essen. Im Vordergrund Angela Brands. Am Tisch sitzend von rechts: Nicole Glur, Clovis Vallois, Cristoph Rankers, Bernhard Pompey, Lisa Roessler, Jasmin Lappe, Christina Bernd (†), Wolfgang Wick (verdeckt), Carmen Münkel, Jeong-Hee Hyung, Conny Altmann Sekulin (verdeckt) und Rosali Schnell.

 

ZWIEBELFISCH [*] – Magazin für Gestaltung

Ein Aufsatz von Wolfgang Wick anlässlich der Typo Berlin, 15. Mai 2003

Eine der komplexesten Herausforderungen, die sich dem Gestalter stellen, ist die Entwicklung einer Zeitschrift. In ihr überschneiden sich die Schriftkultur der Gutenberg-Galaxis und die visuelle Kultur der digitalen Welt wie nirgendwo sonst. Alte und neue Techniken greifen ineinander und bedingen sich gegenseitig. Die Produktion einer Zeitschrift erfordert redaktionelle, gestalterische, kommunikative, druck-, vermarktungs- und vertriebstechnische Kompetenzen. Das heißt: sie erfordert die Spezialisierung im Einzelnen und das genaue Wissen vom Ganzen. Dieses Wissen zu vermitteln ist eine der zentralen Aufgaben des Projektseminars »Editorial Design«, das ich seit Sommer 2002 als Dozent an der Freien Hochschule für Grafik-Design und Bildende Kunst e.V. Freiburg anbiete. Erklärtes Ziel des Seminars ist es, ein »state-ofthe-art«-Magazin zu gestalten, das wir als Studenten und Designer auch selber kaufen würden. Wir haben es »ZWIEBELFISCH – Magazin für Gestaltung« genannt, am Ende des Sommersemesters erscheint die dritte Ausgabe.

DAS MAGAZIN
Die Debüt-Nummer des ZWIEBELFISCH kam im Juli 2002 auf den Markt. Sie widmete sich dem Thema »Mythos Design« und wurde als Abschlussarbeit von meinen ehemaligen Studenten Stefan Gebhard und Jürgen Uhl realisiert. Die notwendige Erstfinanzierung übernahm die Freie Hochschule. Alle weiteren Nummern sollen sich künftig über den Verkauf, über Werbung und Sponsorengelder tragen. Die Frage, die sich dabei stellt, liegt auf der Hand: Was hat die Finanzierung eines Magazins mit seiner Gestaltung zu tun? – Auf den ersten Blick könnte man sagen: nichts. Denn wenn wir von Gestaltung sprechen, dann meinen wir in der Regel die Gestaltung visueller Oberflächen. Für alles andere – für inhaltliche Konzepte, für die Redaktion, das Marketing, den Vertrieb – sind andere zuständig. Im Alltag des Designers ist diese Arbeitsteilung Standard. Auch in der Lehre des »Editorial Design« wird sie weitgehend akzeptiert. Angesichts der Verflechtung von inhaltlichen, gestalterischen und wirtschaftlichen Aspekten, die bei der Entwicklung von Printprodukten eine Rolle spielen, stellt sich jedoch die Frage: Macht es an der Hochschule wirklich Sinn, diese Trennung aufrechtzuerhalten? Ich glaube nicht. Editorial Design widmet sich dem Design von Wahrnehmungsprozessen. Es stellt den Gestalter vor die Aufgabe, vernetzt zu denken und vernetzt zu arbeiten. Aus diesem Grund habe ich im vergangenen Jahr erstmals das Projektseminar »Editorial Design« angeboten. Gegenstand ist das komplette Publishing des ZWIEBELFISCH – und zwar vom ersten Skribble bis zur Auslieferung an die Buchhandlungen. Dabei geht es mir – im Unterschied zu herkömmlichen Lehransätzen – um die Ausbildung und um die Integration der unterschiedlichen Kompetenzen, die erforderlich sind, um ein Printprodukt wie den ZWIEBELFISCH auf dem Markt zu platzieren. Zielgruppe sollen nicht nur die Studierenden und Dozenten unserer Hochschule sein, Zielgruppe sind Interessierte aus dem gesamten deutschsprachigen Raum.

DIE REDAKTION
Für Studierende und Dozenten ist diese Aufgabe eine große Herausforderung. Wie wir in der Praxis damit umgehen, zeigt am besten ein Blick in das Projektsemester »Editorial Design«, in dem die aktuelle Ausgabe des ZWIEBELFISCH entstand. 14 TeilnehmerInnen hatten sich hier im Wintersemester 2002/2003 eingeschrieben. Ihre Grundmotivation war mehrheitlich die Aussicht, ein eigenes Magazin herauszugeben, das auch jenseits der beschaulichen Laborsituation der Hochschule ein Publikum finden würde. Von Anfang an erzeugte dieses praxis-orientierte Lehrangebot der Freien Hochschule eine konstruktive, verbindliche Arbeitsatmosphäre. Alle Beteiligten wussten: hier geht es um ein reales Produkt. Und alle wussten: um es zu realisieren, bedurfte es der kollektiven Verantwortung für das Projekt. Learning-by-doing als Gemeinschaftsaufgabe. Das inhaltliche und das visuelle Konzept mussten gemeinsam erarbeitet, ein Titelthema gefunden und Abläufe koordiniert werden. Die Planungen zum dritten Magazin begannen mit einem Brainstorming über mögliche Inhalte. Die Fragen, die wir uns stellten, waren: Welches Thema interessiert uns und was könnte unser Publikum daran interessieren? Wo treffen Alltag und Design aufeinander? Welche Perspektiven können wir auf dieses Verhältnis entwickeln? Am Ende der Diskussion stand das Thema »Imbiss und andere Standorte«. Die Studierenden trugen dazu eine Liste von Ideen zusammen, aus denen sich nach zwei Seminarsitzungen das vorläufige Inhaltsverzeichnis ergab. Geplant waren für ZWIEBELFISCH No. 3 (erscheint im Sommer 2003): die historische »Fast-Food-Geschichte«, eine künstlerische Fotoreportage über Imbissbuden im Ruhrgebiet, Recherchen über das Magazin Adbusters, Jonathan Barnbrook & Lucienne Roberts, Comics von Greser & Lenz, über Corporate-Identity-Konzepte im Fast-Food-Business, Shareware-Fonts als »Fast-Food« im Internet, die Idee und Geschichte der FREITAG-Tasche, Retro-Design und neue Schmuckobjekte »ON THE WAY«, Imbissfilm – junge Filmemacher im Porträt, Interviews zu den Typo-Standorten von Hamish Muir (London) und Hannes Famira (Basel) sowie Beiträge zu »Fast and Slow« von Jürgen Siebert und Kurt Weidemann.

DIE ARTIKEL
Jede dieser Ideen sollte in den folgenden Wochen von einzelnen Studierenden oder von Kleingruppen als Magazinstrecke für den ZWIEBELFISCH realisiert werden. Der Zeitrahmen zur Erstellung der Seiten betrug insgesamt acht bis zehn Wochen. In dieser Zeit sollten die Studierenden zuerst Kontakt zu unterschiedlichen Partnern aufnehmen: zu Autoren, Designern, Fotografen, möglichen Interviewpartnern. Die Redaktion bildete dabei den nötigen professionellen Kontext, um auch bei renommierteren Autoren selbstbewusst um honorarfreie Mitarbeit anfragen zu können. Binnen kurzem entstand so per Mail-, Brief- und Telefonkontakt ein vielfältiges Netzwerk engagierter Talente. Der unkomplizierte Kontakt zu den Profis der Branche war für die meisten Studierenden eine erstaunliche Erfahrung. Die Hemmschwelle, als Mitglied der ZWIEBELFISCH-Redaktion eine Mail an einen Stardesigner zu schreiben, war für sie gering – und der persönliche Mehrwert war beachtlich: Wann hat ein Studierender schon mal die Gelegenheit, einem »Promi« als gleichberechtigter Gesprächspartner gegenüber zu treten? Darüber hinaus hatte die Redaktionsarbeit einen willkommenen Nebeneffekt: Sie relativierte meine kritische Position als Dozent zugunsten eines offeneren Modells. Durch die vielen Kontake, die die Studierenden knüpften, stand ihre Arbeit in unmittelbarem Austausch mit Professionellen außerhalb des Lehrbetriebs. Mit jedem Kontakt, mit jeder Anfrage, Absprache oder Autorisierung stellten sie ihre Arbeit neu zur Diskussion. Sie lernten mit Kritik umzugehen und Anregungen aufzunehmen, sie bekamen Tipps zur Realisierung ihrer Ideen und jede Menge positives Feed-back für Geleistetes.

DIE GESTALTUNG
Parallel zur redaktionellen Arbeit an ihren Text- und Bildbeiträgen erstellten die Studierenden innerhalb von fünf Wochen erste Blindtext-Layouts. Darin flossen sowohl eigene inhaltliche Überlegungen ein als auch die ersten Ergebnisse von Autorengesprächen. Diese fiktiven Layouts dienten als Grundlage für die gemeinsame Diskussion, in der zur Halbzeit des Semesters das gestalterische und typografische Konzept der aktuellen Ausgabe definiert wurde. Im Anschluss daran machten sich die Studierenden an die reale Umsetzung ihrer Ideen in einer Magazinstrecke. Dafür hatten sie weitere fünf Wochen Zeit. Am Ende stand die Präsentation der einzelnen Ergebnisse vor der Gesamtredaktion. Diese kollektive Arbeitsweise hat sich in den letzten drei Semestern als sehr produktiv erwiesen. Voraussetzung ist, dass alle Beteiligten in den Teamprozess eingebunden sind. Nur so besteht die Chance, dass jeder von jedem lernen kann: Studenten von Dozenten und umgekehrt, Studenten von Studenten und – fachbereichsübergreifend – auch Dozenten von Dozenten. Im Idealfall weichen die Hierarchien des herkömmlichen Unterrichts so einer horizontalen Kommunikation, die ein angenehmes, kreatives Klima erzeugt. Natürlich funktioniert das in der Praxis nicht immer ohne Reibungen. Hin und wieder muss ich in Diskussionsprozesse eingreifen, wenn sie drohen, sich zu verselbständigen. Ich muss Entscheidungsfindungen abkürzen und Koordinationshilfe leisten … Dennoch hat der offene Kontakt entscheidende Vorteile: – er befähigt die Studierenden zum eigenständigen Lernen und – er ermuntert sie, vorgeblich gesichertes Wissen zu hinterfragen oder bewusst zu unterlaufen. Die offene Auseinandersetzung schafft Raum für Experimente jenseits des Kanons und sie schafft Raum für Fehler, die die Studierenden als mögliche Quellen für neue Lösungsansätze ausbeuten können. Das ist die Arbeitsweise, auf der das Konzept des ZWIEBELFISCH fußt: Trial and Error, Intuition und Networking. Flache Hierarchien und das gemeinsame Interesse, ein Magazin zu machen.

FINANZIERUNG UND MARKETING
Um ein Magazin herauszugeben braucht es vor allem eines – Geld. Das beste Layout, die brilliantesten Texte, die überzeugendsten Fotos nützen nichts, wenn die Mittel fehlen, sie dem Zielpublikum vorzustellen. Deswegen gehört die Erstellung von Marketing-Konzepten und die Akquisition möglicher Sponsoren zentral zum Lehrinhalt meines Projektsemesters »Editorial Design«. Ein kleines Beispiel verdeutlicht diese Notwendigkeit: Hätte die Freie Hochschule nicht die Finanzierung des ZWIEBELFISCH No. 1 übernommen, wäre das Magazin am Tag seiner Auslieferung pleite gewesen. Schon vorab war klar, dass der Verkaufserlös – selbst im Falle eines Ausverkaufs der 1.000 Exemplare – nur einen kleinen Teil der Produktionskosten abdecken würde. Außer einem Papierhersteller als größerem Sponsor war keine weitere Finanzierung in Sicht. Vor diesem Hintergrund stellte ich meinen StudentInnen die Frage: Was tun? Wie sollen Eure Nachfolger im nächsten Semester das Magazin finanzieren, wenn die Hochschule die Kosten nicht mehr übernehmen wird? Sie setzten sich zusammen, überlegten und taten schließlich, was für sie am nächsten lag. Nach dem Modell von Benefiz-Galas organisierten sie an der Hochschule eine »ZWIEBELFISCH-Party«, die wenigstens einen Teil der Kosten für die nächste Magazinproduktion einspielen sollte. Die Idee war einfach, aber äußerst effektiv: denn die Party brachte sowohl einen Teil der Produktionskosten für den ZWIEBELFISCH No. 2 (Heimat) ein, als auch jede Menge öffentliche Aufmerksamkeit für die eigene Ausgabe. Seither gehört die »ZWIEBELFISCH-Party« fest zum Marketing- und Finanzierungskonzept des Magazins und stärkt zugleich die Identität mit dem Gesamtprojekt. Der um ein Semester versetzte Rhythmus, in dem die Partys stattfinden, sorgt dafür, dass der Team-Gedanke auch über die Grenzen des eigenen Seminars weitergetragen wird. Das bedeutet: Sobald zur Hälfte des Semesters die reale Produktion der kommenden Ausgabe beginnt, geht die Party zur Finanzierung der vergangenen Nummer über die Bühne. Die Studierenden finanzieren mit ihrem Event folglich nie ihr eigenes Magazin, sondern übernehmen praktisch die finanzielle Verantwortung für ihre VorgängerInnen. Diese Verantwortung für das Gesamtprojekt ist eines der ersten Lernziele meines Projektsemesters »Editorial Design« und erfordert ein verbindliches Engagement der Studierenden. Aus diesem Grund beschäftigen wir uns – noch bevor das Titelthema einer Ausgabe festgelegt wird – mit der Entwicklung von Marketing-Projekten wie Veranstaltungen, Austauschanzeigen und Postkarten-Serien. Zum einen, denke ich, hilft es den Studierenden ein Gefühl für das Magazin zu bekommen. Zum anderen aber müssen diese Werbemaßnahmen später parallel zur laufenden Produktion realisiert werden. Das heißt, sie müssen so gut vorbereitet sein, dass ihre Umsetzung die Fertigstellung des Magazins nicht unnötig behindert.ERGEBNISSE Die Erfahrungen, die wir im vergangenen Jahr mit diesem Modell sammeln konnten, sind überraschend gut. Der Verkauf von ZWIEBELFISCH No. 1 (Mythos Design) und die Party, die die Redaktion des ZWIEBELFISCH No. 3 (Imbiss) im laufenden Semester organisierte, decken die Produktionskosten von Ausgabe No. 2 (Heimat). Der ZWIEBELFISCH No. 2 erschien im April 2003. Das Thema »Heimat« wurde von Martin Brombacher, Moritz Lang und Chris Weinmann gestaltet. Beteiligt waren unter anderem Designer und Fotografen wie Mirko Borsche, Karl Duschek, die Offenbacher E-Sisters, Ed Fella, Fons M. Hickmann, Stefan Sagmeister, Florian Schneider, Armin Smailowic und Timothy Speed. Werbung und Sponsoren, die die Ausgabe mit Geld- und Sachmitteln unterstützten, waren von den Studierenden selbst angefragt worden. Die beschriebene Ausgabe No. 3 »Imbiss und andere Standorte« wird voraussichtlich im Sommer 2003 erscheinen. Weitere ZWIEBELFISCHe sind geplant zu den Themen »Netzwerk« und »Revolution«. Die Ausgabe »Revolution« soll Ende 2004 in Kooperation mit Studierenden des International Institute of Advertising Moskau erscheinen. Wolfgang Wick blue@zwiebelfisch-magazin.de Freiburg im Mai 2003.

[*] ZWIEBELFISCH … Ein Fisch, der hauptsächlich mit Zwiebeln zubereitet wird; ein Buchstabe, der in der falschen Schrift abgelegt wurde (Buchdruckersprache); das Magazin für Gestaltung.PREVIEW Editorial zum ZWIEBELFISCH No.4 »Babylon« [Erscheint im September 2004] Liebe Leserinnen, liebe Leser, zur Sidney-Biennale 2002 richtete die in London lebende amerikanische Künstlerin Susan Hiller einen Raum im Museum of Contemporary Art ein. 600 glänzende Lautsprecher ließ sie wie Sterne von der Decke hängen, aus jedem flüsterte eine Stimme in einer von 600 (!) Sprachen und erzählte jeweils eine andere, mysteriöse Geschichte. So und nicht anders, sagte die Kritik, klingt Kommunikation in Zeiten des Internet: wie Babylon bei Nacht. Babylon, die Stadt, die im Deutschen den Namen »Wirrsal« trägt, steht als Metapher für den Größenwahn der Menschen. Dieser, so berichtet die Bibel, habe Gott dazu veranlasst, ihnen ihre eine Sprache zu nehmen. Wenn sie sich untereinander nicht mehr verstünden, so der Plan, dann würden sie auch keine gemeinsame Sache mehr machen können. Die Rechnung ging auf. Der Turm zu Babel, den die Menschen mit vereinten Kräften so hoch gezogen hatten, dass er die Himmelstür aus ihren Angeln zu heben drohte, blieb am Ende eine Baustelle, fiel in Trümmer … Doch wir wären keine Menschen – und schon gar keine ambitionierten DesignerInnen – würden wir nicht versuchen, Kommunikation immer wieder neu zu erfinden. Kommuniziert wird im neuen ZWIEBELFISCH bildlich auf Grundlage einer wahren Bilderflut, die uns die Freiburger Bildagentur ccvision.de als Sponsor des Babylon-ZWIEBELFISCHs zur Verfügung stellte. Denn »Ein Bild sagt mehr als tausend Worte« … Womit der Babylon-ZWIEBELFISCH auch der provokanten Aussage folgt, dass ein Design-Magazin nicht primär zum Lesen, sondern zum Anschauen gekauft wird. Zum Schauen präsentieren wir Ihnen als Einstieg fremdsprachige Versionen der Bibelstelle »Turmbau zu Babel« aus dem 1. Buch Moses, 11, Vers 1–9. Eine Geschichte, die in nahezu alle Sprachen dieser Welt übersetzt wurde und die in jeder Übersetzung eine andere typografische Gestalt erhielt. Nach dem biblischen Auftakt »Augenreize New Babylon« folgen unter anderem Froschliebhaber Jess Jochimsen über »Nutzloses Wissen« und Fons Hickmann mit »Guten Tag Chinese« über die geliebte Fernsehserie Bonanza und sein Import-Export-Design mit China. Ari Nahor aus Israel und Aymeric Fouquez aus Frankreich haben uns zwei babylonische Fotozyklen zur Verfügung gestellt. Eine babel-passende Systemkritik über Designer, Paganini, Münchner Folterkeller und Weißwurstweckle lieferte Wolfgang Beinert. In Come join the Chaos dokumentiert Bettina Ulrich vom Designmagazin NOVUM ihre fast alltäglichen Babel-Mails. Jürgen Spitzmüller, Sprachwissenschaftler und Wortschöpfer des Begriffs »Typographische Semiotik«, referiert über die Raumsonde »Pioneer 10« und das Trauma Babylon. Mit »Geht denn wirklich anything?« stellt Thomas Friedrich vom Institut für Designwissenschaft Mannheim die Gretchenfrage an unsere postmoderne Medienwelt. Historische Klarheit in den Turm bringt die Kulturjournalistin Antje Lechleiter mit einer kurzen Malereigeschichte über Pieter Bruegel und seinen phantastischen Babelturm in Antwerpen. Besser lesbar allerdings unter www.zwiebelfisch-magazin.de – ganz im Sinne unseres Kommunikationsbabylon ? Apropos Turmbau: In dieser Ausgabe finden Sie auch eine multilinguale Bastelanleitung sowie ein Großformat-Pinup des Babelturms, komplett gebaut aus Bildkonserven und Eisenstücken des Künstlers Dietrich Schön. Viel Vergnügen! Wolfgang Wick im August 2004 Dozent für GestaltungZWIEBELFISCH Magazin für Gestaltung, Ausgabe No. 4 »Babylon« 2004 84 Seiten, mit Babylon-Pinup, Euro 10,- ISBN 3-929709-18-x erscheint im September 2004, Auflage 6.000 Exemplare [wird auch beim Ateliergespräch am 23. September 2004 verkauft] ZWIEBELFISCH ONLINE www.zwiebelfisch-magazin.de

VERKAUF UND VERTRIEB
www.freie-hochschule-freiburg.de
www.zwiebelfisch-magazin.de
www.ccvision.de
www.kopp-medien.de
www.josfritz.de
oder im Buchhandel ISBN 3-929709-18-xBACKLIST ZWIEBELFISCH -Magazin für Gestaltung Ausgabe No.1 »Mythos Design«, 2002, ISBN: 3-928013-21-1, Euro 10,- (vergriffen) Ausgabe No.2 »Heimat«, 2003, ISBN: 3-928013-23-8, Euro 10,- Ausgabe No.3 »Imbiss«, 2003, ISBN: 3-928013-30-0, Euro 10,- Sonderausgabe »Revolution«, 2003, gedruckt in Moskau, Euro 6,-

HERAUSGEBERIN
Freie Hochschule für Grafik-Design und Bildende Kunst e.V. Haslacher Straße 15 D-79115 Freiburg Telefon 0761.442266 Fax 0761.46621

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Wolfgang Beinert | Berlin: Graphic Design Studio
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